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Ihre Bewegung in guten Händen

Kinder mit Einschränkungen in der Aufmerksamkeit und/ oder Konzentration

Im Bereich der Aufmerksamkeit werden verschiedene Komponenten unterschieden:

  • Selektive Aufmerksamkeit: Die geistige Energie auf einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit richten können: wirksam, zuverlässig und ohne abgelenkt zu werden. Diese Fähigkeit ist zum Beipiel dann gefordert, wenn man dem Unterrichtsgeschehen folgen möchte, ohne sich von Sitznachbarn ablenken zu lassen oder aber ohne mit den Gedanken abzuschweifen einem Gespräch folgen möchte.
  • Daueraufmerksamkeit: Über einen längeren Zeitraum bei einer Sache bleiben können und eine gleichbleibende geistige Leistung erbringen können. Diese Fähigkeit ist zum Beispiel beim Autofahren oder während einer Klassenarbeit gefordert.
  • Geteilte Aufmerksamkeit: Mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen können bzw. sich schnell auf verschiedene Anforderungen umstellen können. Diese Fähigkeit ist zum Beispiel dann gefragt, wenn sich ein Autofahrer gleichzeitig unterhält.
  • Aufmerksamkeitsaktivierung: Kurzfristig "auf Anforderung" aufmerksam sein können. Diese Fähigkeit ist zum Beispiel beim Umfahren eines Hindernisses erforderlich (tonische Aktivierung: ohne Vorwarnung auf einen Schlüssel-/Hinweisreiz reagieren) oder beim Anfahren an einer Ampel bei grün, nachdem zunächst gelb angezeigt wurde (phasische Aktivierung: auf einen Schlüsselreiz hin reagieren)
(aus: Lauth GW: Aufmerksamkeit. In: ergopraxis.Refresher 3.10, Stuttgart: Thieme; 2010)

Für die Ergotherapie ergeben sich verschiedene Ansatzpunkte in der Therapie:

  • Konzentration auf den eigenen Körper: Wir denken, dass es förderlich ist, wenn die Kinder zunächst einmal lernen, sich auf ihren eigenen Körper zu konzentrieren, bevor es um die Aufmerksamkeit und Konzentration bei Arbeiten am Tisch geht. Die Förderung der Körperwahrnehmung, des Körpergefühls, des Körperschemas etc. steht hierbei im Vordergrund. In der Therapie kommen Elemente wie Bewegungsparcours, Selbstbilder, Entspannungsgeschichten/Phantasiereisen etc. zum Einsatz.
  • Aufmerksamkeit auf etwas, das man sieht: Hierbei geht es um die gerichtete Aufmerksamkeit auf visuell dargebotenes Material, z.B. Arbeitsblätter. Die Kinder sollen lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das für den Moment Unwichtige auszublenden. Zum Einsatz kommen Elemente wie (therapeutische) Spiele, bestimmte Arbeitsblätter, etc.
  • Aufmerksamkeit auf etwas, das man hört: Hierbei geht es um die gerichtete Aufmerksamkeit auf auditiv dargebotenes Material. Die Kinder sollen lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das für den Moment Unwichtige auszublenden. In der Therapie kommen Elemente zum Einsatz wie: Einer Geschichte folgen und Fragen dazu beantworten (CD oder gelesen), BrainBoy nach dem Warnke-Konzept, Reaktionsspiele (Spitz, pass auf), etc.
  • Förderung der geteilten Aufmerksamkeit: Dies erfolgt in der Regel innerhalb speziell aufgebauter Parcoure mit verschiedenen Aufgabenstationen. Das Kind muss z.B. an der Sprossenwand etwas erkennen, einen Bewegungsparcours bewältigen, an der Tafel sich erinnern und das Erkannte widergeben. Somit lernt es, sich in kurzer Zeit auf verschiedene Anforderungen umzustellen.
  • Förderung der Daueraufmerksamkeit: Dies erfolgt in der Regel handlungs- und projektbezogen: Beispielsweise wird das Kind bei einer Betätigung im Bereich handwerkliches Gestalten (wie z.B. beim Korbflechten, basteln etc) therapeutisch begleitet und unterstützt.
  • Aufmerksamkeitstraining mithilfe von Übungsprogrammen: Uns stehen zur Zeit das "Aufmerksamkeitstraining nach Lauth & Schlottke" sowie das "Marburger Konzentrationstraining" zur Verfügung, wobei beides zur Zeit nicht als Gruppentraining durchgeführt wird, sondern Elemente aus den Programmen in die Einzelförderung integriert werden.